Wasser schützen: 11 Möglichkeiten wertvolles Wasser zu schützen und faire(re) Verteilung zu fördern Teil 2/2

Wasser schützen

„Wasser: Lebensgrundlage und kostbarstes Gut“

Hey! Wie versprochen kommt hier die Fortsetzung zu unserer Wasser-Reihe.

Wie du gemerkt hast, ist das Thema Wassersparen- und schützen, und Gerechtigkeit bei der Versorgung, ein wahnsinnig umfangreiches, komplexes und spannendes Gebiet, und dennoch können wir mit kleinen, bewussten Entscheidungen schon einiges bewirken.

Neben 5 Möglichkeiten zum Wasserschutz hat Teil I auch aufgezeigt, dass die Art des verbrauchten Wassers, also grün, blau und grau, entscheidend zur Beurteilung des Wasserfußabdrucks ist.

So ist 1 Liter Wasser nicht gleich 1 Liter Wasser, und der Ort des Wasserverbrauchs ist von großer Bedeutung.

Falls du den ersten Teil verpasst hast, hier nochmal ersten 5 Punkte, wie wir unser Wasser schützen, und für eine bessere und gerechtere Verteilung sorgen können, kurz zusammengefasst:

  1. Bio statt konventioneller Landwirtschaft
  2. Second Hand statt Fast Fashion
  3. Esse (mehr) vegan/veggie
  4. F*ck the Avocado 😉
  5. Vermeide chemische Reinigungsmittel, Weichspüler, herkömmliches Duschgel etc.

Wenn du nochmal genau wissen möchtest, was es mit diesen Punkten auf sich hat und was diese mit Wasser zu tun haben, schau dir unbedingt Teil I an:

Wasser schützen: 11 Möglichkeiten wertvolles Wasser zu schützen und faire(re) Verteilung zu fördern – Teil 1/2 – MAMEKA

Also, was können wir noch tun, um sorgsam mit dem kostbaren Nass umzugehen?

6. Vermeide (Mikro-)Plastik

Laut aktuellen Studien ist mittlerweile nicht nur in den (Welt-)Meeren, sondern auch in den meisten Binnengewässern Mikroplastik nachzuweisen, also kleinste Plastikpartikel in der Größe 0,1-5.000 µm. Noch steckt hierzu die Forschung in den Kinderschuhen, dennoch kann nach aktuellem Stand davon ausgegangen werden, dass diese Mikroplastikteilchen nicht nur negative Auswirkungen auf das Ökosystem, sondern auch auf unsere Gesundheit haben.
Es gilt also, das Eintreten dieser Teilchen bestmöglich zu vermeiden.

Wie aber entsteht Mikroplastik?
Zum einen ist Mikroplastik in Kleinstteile zersetztes Plastik aus vorher größeren Teilen wie (Einweg-)Verpackungen. Meide hier, was du nur meiden kannst – im Sinne der Umwelt und deiner eigenen Gesundheit. Zum anderen wird aber nach wie vor gut und gerne Mikroplastik in unsere Kosmetik, Creme, Duschgel etc. gepackt. Vermeide diese Produkte und greife auf Hersteller zurück, die mit mikroplastikfrei labeln.

Ein weiterer Anteil, der sogar noch wesentlich größer ist, ist herausgewaschenes Mikroplastik aus unserer Kleidung. Synthetische Textilfasern sind für ca. 35% des Mikroplastiks in den Weltmeeren verantwortlich, so auch mit großer Wahrscheinlichkeit in den Binnengewässern.

Nutze zur Vermeidung also entweder beim Waschen ein Wäschenetz oder Einsätze, die dieses Mikroplastik abfangen, oder bevorzuge wenn möglich Kleidung aus anderen Materialien wie (Bio-) Baumwolle, Hanf, Leinen oder anderen Naturmaterialien.

7. Boykottiere Großkonzerne, die Wasser privatisieren und durch ihr Wirtschaften Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung verursachen

Boykott? Muss das sein? Das klingt schon ziemlich straight.

Allerdings gibt’s du mit jedem Kassenzettel eine Wahl ab, wie die Welt von morgen sein sollte bzw. wie du sie gerne hättest. Kaufen wir also Ausbeutung, Unfairness und Wirtschaften ohne Rücksicht auf Verluste, wird die Welt von Morgen genau so aufgebaut. Das konnten wir die letzten Jahrzehnte gut beobachten.
Doch es ist Zeit zu handeln. Zeit etwas anderes für Morgen zu wählen. Zeit für Boykott, oder zumindest eine bewusste Entscheidung für etwas anderes!

Einen Namen möchten und brauchen wir hier nun gar nicht nennen, da kann sich jeder selbst ein Bild davon machen und recherchieren. Aber es gibt sie – Unternehmen die nur nach ihren eigenen Interessen handeln, mit der wissentlichen Inkaufnahme der Schädigung anderer oder der Umwelt. Hauptsache der Gewinn stimmt. Was wir davon halten? Naja, wir sagen, das ist der Grund, warum die Welt ist, wie sie ist. Warum viele Probleme existieren, warum Arm und Reich immer mehr auseinanderdriften und warum die Natur unter uns Menschen leidet – weil Wirtschaft vor der Menschlichkeit steht, Gewinn vor Moral.

Wir sprechen uns deutlich gegen schädliches Wirtschaften aus und plädieren für sinnvolles, zukunfts- und enkeltaugliches Handeln von Unternehmen. Und wenn das die Unternehmen eben nicht von selbst erkennen, dann muss der Markt ihnen das zeigen. Wo keine Nachfrage, da kein Angebot.

Ein Beispiel des eben NICHT-enkeltauglichen Wirtschaftens ist das Abzapfen von ländlichen Wasserquellen bis zum drastischen Absinken des dortigen Grundwasserspiegels, das Abfüllen dieses Wassers in Plastikflaschen und der Verkauf an die leidende Bevölkerung unter horrenden Gewinnmargen. Hier wurde wohl etwas anderes unter „wertvollem“ Wasser verstanden.

8. Spare Wasser im Alltag

Auch wenn der Verbrauch durch Duschen, Toilettenspülung und Abwasch fast schon gering im Vergleich zu den Faktoren Ernährung, Mode & Co. ist, kann sich hier doch einiges aufsummieren.

So lange wir die gute Grundwassersituation und Wasser-Kreislaufwirtschaft in Deutschland haben, musst du auch nicht um jeden Tropfen Wasserersparnis kämpfen. Höchstens vielleicht für deinen Geldbeutel. Ansonsten gelangt das Wasser, das du deinen Abfluss herunterspülst, wieder in einen gut funktionierenden Kreislauf zum Aufbereiten und kommt so schließlich wieder zu dir zurück. Dennoch macht es aber selbstverständlich Sinn, nicht völlig sorglos mit Wasser umzugehen, vor allem auch mit erhitztem Wasser. Hierfür wird schließlich auch jede Menge Energie aufgewendet.

So bieten sich doch einige Einsparmöglichkeiten in deinem Alltag:

Vorneweg – an deinen 2-3 Litern Trinkwasser pro Tag solltest du natürlich nicht sparen!

  • Verkürzt du dein Duschen von 15 auf 10 Minuten, sparst du ca. 75 Liter Wasser, i.d.R. erhitztes. Auch der Duschkopf macht einen Unterschied. Duschköpfe, die mehr Sauerstoff in den Duschstrahl einbinden, sparen deutlich Wasser ein.
  • Deine Toilette sollte entweder über einen kleinen und einen großen Spülknopf verfügen, oder du kannst den Wasserfluss vorzeitig stoppen. Verwende diese Funktion weise 😉
  • Eine Spülmaschine spart gegenüber dem Abwasch von Hand i.d.R. Wasser. Wenn du lieber manuell tätig bist, spüle lieber im Spülbecken, als mit fließendem Wasser.
  • Dein Rasen ist im Sommer braun? Ja und? Solltest du nicht über ein großes Regenwassersystem verfügen, dann lass ihn eben mal braun werden, anstatt ihn mit kostbarem Nass aus der Leitung zu bewässern. Der Nachbar/die Nachbarin wird es dir verzeihen.
  • Weniger Wäsche waschen – denn manches kann auch durchaus 2 Mal getragen werden (okay – Socken und Schlüpfer vielleicht lieber nicht 😉)
Wasserschutz

9. Setze dich für Umwelt -und Klimaschutz ein

In den letzten Jahren war die Veränderung des Klimas auch bei uns schon deutlicher spürbar. Ein Rekord-Hitze-Sommer jagt den nächsten, immer mehr Trockenperioden schon im Frühjahr, Waldsterben und Waldbrandgefahr aufgrund großer Trockenheit.
Die Klimaerwärmung hat natürlich unmittelbaren Einfluss auf den Niederschlag und die Wasserverteilung. Während wir die Veränderung vor allem an den vorher genannten Faktoren erkennen, macht es sich in anderen Gebieten der Erde noch viel deutlicher bemerkbar. In einigen Gebieten der Erde entsteht durch viele Dürreperioden und den dadurch wenigen Niederschlag immer mehr Konkurrenz um das wenige Wasserangebot. So leben aktuell bereits 2/3 der Menschen in Gebieten, die zumindest saisonal von Wasserknappheit betroffen sind. Schreitet die Erderwärmung voran, verschlechtert sich diese Situation zusehends.

Oxfam schreibt hierzu Folgendes:
„…Klimavorhersagen zeigen, dass fast alle Regionen der Welt mit verschlechterter Wasserversorgung planen müssen und Lebensgrundlagen an ein sich veränderndes Klima und Wasserverfügbarkeit angepasst werden müssen…“
Diese Aussage bestärkt auch wieder, warum wir uns selbst bei aktuell guter Versorgung Gedanken um Einsparpotenzial machen sollten.

Zwar gibt es schon vielversprechende Möglichkeiten, Salzwasser in Trinkwasser aufzubereiten und somit trockene Gebiete der Erde besser versorgen zu können, allerdings ist das bisher nur unter enormem Energieaufwand – und somit teuer und ineffizient- möglich.

Das Einsetzen für Klimaschutz ist also gleichzeitig ein Schutz unserer knappen Ressource Wasser und ein kleines Stück Hoffnung auf eine sich nicht verschlechternde Verteilung und Verfügbarkeit dieses kostbaren Guts.

10. Benutze einen Wasserfilter

Kokosnuss

Unser Leitungswasser ist von außerordentlich guter Qualität und das best-kontrollierteste Lebensmittel in Deutschland, heißt es. Uns ist bewusst, hier können sich die Geister scheiden, gerade im Bezug auf Medikamentenrückstände, Mikroplastik, Rückstände aus alten Haus-Leitungen & Co. Dennoch haben wir hier eine sehr gute Ausgangslage, um auf abgefülltes Wasser zu verzichten.

Mit einem guten, hochwertigen Filter, der regelmäßig ausgetauscht wird, hast du die Möglichkeit, bestehende Zweifel bzgl. der Wasserqualität bei Seite zu schieben und mögliche Rückstände zu entfernen.

Mit einem guten Wasserfilter bist sowohl in den eigenen 4 Wänden, auf der Arbeit, als auch unterwegs immer gut mit dem erfrischenden, gesunden Nass versorgt.

 

 

Nicht nur, dass das jede Menge Plastik einspart, und so unsere Gewässer und Lebewesen schont.
Auch muss das Wasser somit nicht irgendwo abgezapft, dem Grundwasser entnommen oder gar jemand anderem weggenommen werden. Zudem braucht es nicht noch ewig durch die Lande transportiert werden, um zu dir zu gelangen. Du brauchst kein Wasser aus den Alpen, von Gletschern oder den Fiji-Inseln, um dein Durst zu stillen.

Informiere dich bei der Auswahl eines geeigneten Filters vorher wirklich gut, denn hier gibt es tatsächlich beachtliche Qualitätsunterschiede und unterschiedliche Methoden, die je nach Einsatzzweck in Frage kommen.

Einen Wasserfilter für unterwegs könnten wir dir ja empfehlen 😉
Mit noch ein wenig Geduld hast du mit dem Travelbuddy bald einen neuen wasser- und umweltfreundlichen Begleiter an deiner Seite!

Travelbuddy – MAMEKA

 

11. Wähle deinen Urlaubsort bzw. die Urlaubsart bewusst

Jetzt kommt wieder der moralische Zeigefinger. Nein natürlich nicht, aber diese Themen sind doch sehr sensibel. Und es ist, wie auch beim Thema Ernährung, sehr einfach, jemandem auf den Schlips zu treten bzw. in die Ecke zu drängen. Aber bzgl. Schwarz-Weiß-Denken haben wir uns schon an anderer Stelle einmal geäußert.

Kommen wir zurück zu den Tatsachen. Eine riesige Urlaubsanlage in einem sehr heißen und trockenen Gebiet, wie z.B. in Teilen Spaniens, der Türkei etc., hat einen unfassbaren Wasserverbrauch. So steigt in solchen Anlagen der Pro-Kopf-Verbrauch auf durchschnittlich 400-600 Liter Wasser pro Tag. Wir erinnern uns an die etwa 130 Liter in unserem Alltag.
Verursacht wird dieser Verbrauch u.a. durch die Spas, Pools, häufiges Waschen von Handtüchern & Co. und die Bewässerung der tollen Außenanlagen und Golfplätze. Mit steigender Ausstattung der Hotels steigt auch der Wasserverbrauch. Die beliebtesten Reisemonate fallen darüber hinaus meist in die niederschlagärmsten Zeiten im Gastland.

Zum direkten Wasserverbrauch summieren sich zudem große Mengen an indirektem Verbrauch z.B. durch die Ernährung. Riesige, verschwenderische Buffets, bei dem sich nicht nur überfressen, sondern auch noch jede Menge weggeschmissen wird, tun da ihr Übriges.

Grundsätzlich sei jedem diese Erholung gegönnt, wenn dadurch nicht jede Menge Probleme für die dortige Bevölkerung entstünden. Der Grundwasserspiegel sinkt, mit dramatischen Auswirkungen für Landwirtschaft und Individuen, und Wasser-Entsalzungsanlagen lassen den Salzgehalt im Meer ansteigen, was wiederum auf deren Bewohner zurückfällt.

Ein Vergleich möchten wir hier zur Verdeutlichung noch anführen:
Im indischen Goa liegt der Verbrauch in einem 5-Sterne-Resort bei über 1700 Litern Wasser pro Kopf pro Tag, während die naheliegende Bevölkerung mit etwa 14 Litern pro Kopf pro Tag auskommen muss. Und das ist nicht nur dort so.

All das geht auch nachhaltiger und sparsamer. Einige Hotels achten zunehmend auf den Umgang mit Wasser, führen einen Kreislauf ein, reduzieren den Wäscheverbrauch, haben überschaubare, gesunde Buffets oder À-la-Carte-Essen, und verzichten auf die enorme Bewässerung oder gar auf riesige Gartenanlagen.
Diese Anbieter kannst du natürlich bevorzugen und zudem auf deinen eigenen Verbrauch vor Ort und deine Reisezeit (wenn machbar) achten.
Je individueller ein Urlaub wird, also weg von riesigen Hotelanlagen, desto besser und einfacher ist die Wasserersparnis. So ist ein Ferienhaus oder der Urlaub im Camper oder Wohnwagen doch um einiges schonender, als eine beschriebene Anlage.

Hier findest du noch weitere Zahlen zu diesem Thema:

6—Tourismus und Wasserknappheit (2030report.de)

 

Zwar sind wir für diesen Blog-Beitrag nun schon wieder an einem Maximum (wir möchten die Texte nicht zuuuuuuu lang gestalten), dennoch könnte es noch so weiter gehen. Es gibt weiterhin zahlreiche Möglichkeiten, wie sich dein Wasserfußabdruck und die Situation weltweit verbessern lässt.

So ist für uns auch ein sinnvolles und durchdachtes Trinkwasserprojekt im Fokus unserer Aufmerksamkeit. Allein mit einem Brunnenbau ist es allerdings oftmals nicht getan. Hierzu verfolgen wir derzeit ein spannendes Projekt, das uns viele Aufschlüsse gibt.

Darauf werden wir aber ein anderes Mal noch wesentlich genauer eingehen.

Fehlt dir in dieser Aufstellung der 11 Tipps ein für dich ganz elementarer und wichtiger Punkt?
Lass es uns wissen und schreibe uns unbedingt einen Kommentar. Wir sind um jede Anregung froh 😊

Quellen:

albert-schweitzer-stiftung.de

www.naturfreunde.de

www.umweltbundesamt.de/

blog.wwf.de

www.oekolandbau.de

www.armedangels.com

www.freiraum-secondhand.de

www.bund.net

www.nabu.de

www.oxfam.de

www.kritischer-agrarbericht.de

www.praxis-agrar.de

www.planet-wissen.de

www.tui.com

www.2030report.de

Buch Vegan Low Budget, Niko Rittenau & Sebastian Copien

Aufschrei der Meere, Hannes Jaenicke & Dr. Ina Knobloch

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